Kritik von City of Tiny Lights: “Ein reichhaltiger, lohnender Krimi, gedreht mit echtem Können”

Unser Urteil

Ein reichhaltiger, lohnender Krimi, der mit echtem Können gedreht wurde. Riz Ahmed bestätigt seinen Status als einer der aufregendsten britischen Schauspieler seiner Generation.

Für diejenigen, die Riz Ahmed in HBOs New Yorker “The Night of” gesehen haben, wird sich Pete Travis ‘betörender Noir wie ein Londoner Begleiter anfühlen. In Anlehnung an Patrick Neate aus seinem eigenen Roman von 2005 handelt es sich um Ahmeds Tommy Akhtar, einen Privatdetektiv, der in sein Haus in West-London zurückkehrt, um sich um seinen kricketverrückten Vater (Roshan Seth) zu kümmern, bei dem kürzlich Krebs diagnostiziert wurde.

Schon bald wird er in einen Fall verwickelt, der ihn in seine eigenen Teenagerjahre zurückversetzt, als High-Class-Escort Melody (Cush Jumbo) ihn engagiert, um ihre vermisste russische Mitbewohnerin zu finden. ("Ich berechne 300 Euro pro Tag," murmelt er. "Ich berechne 300 Euro pro Stunde," sie erwidert.) Seine Suche führt ihn zu einem Mayfair-Hotel, der Mitbewohner ist nirgends zu finden, aber ihr Kunde, ein pakistanischer Geschäftsmann, ist tot wie ein sprichwörtlicher Doornail.

Hinweise deuten bald auf Tommys alten Freund, den Immobilienentwickler Haafiz (James Floyd), hin. Vergangenheit und Gegenwart greifen weiter ineinander, als Shelley (Billie Piper), befreundet mit beiden in ihren Jugendjahren, wieder in Erscheinung tritt. Heute ist Shelley eine alleinerziehende Mutter, die als Gastgeberin in einer schillernden Bar arbeitet.

Travis zaubert in den regen- und neonüberfluteten Straßen einen Anflug von Bedauern, der Raymond Chandler pur ist. Aber wenn sich die weltmüde Stimme und die korrupten Politiker wie abgenutzte Noir-Tropen anfühlen, erfrischt die Situation die Dinge: Tommys Ermittlungen führen ihn in eine muslimische Gemeinde, die von wirtschaftlicher Instabilität, Straßendrogen und islamischem Extremismus geplagt ist. Eine besondere Begegnung mit dem Chef einer islamischen Jugendgruppe (Alexander Siddig) ist das Entspannen, aber Drehbuchautor Neate achtet darauf, dies nicht zu einer übermäßig politischen Angelegenheit zu machen.

Mit Ahmed hier genauso überzeugend wie inDie Nacht von, City sieht ihn weiterhin als Performer wachsen. Piper ist frisch von ihrer gefeierten Bühnenpartie in Yerma und genau richtig. Der in Großbritannien geborene Travis (Dredd,Aussichtspunkt) scheint auch im Gebietsschema Großbritanniens zu schwelgen und die Chance zu ergreifen, dem bekannten Gebiet der Gummischuhe eine neue Wendung zu geben.

Ein Großteil der Lebendigkeit ist auf die Zusammenarbeit des Regisseurs mit dem Kameramann Felix Weidemann zurückzuführen, der eine poetische Darstellung des nächtlichen Londons bietet: COTL verzichtet auf die üblichen Überflugszenen von Auge und Parlament und führt uns zu einer berauschenden Straßenansicht. Die Hauptstadt hat sich im Film seit Jahren nicht mehr so ​​lebendig gefühlt.

Einige werden sich über den zu eifrigen Einsatz von Flashbacks, eine etwas nachgiebige Laufzeit und sogar einen eher zu offensichtlichen Bösewicht lustig machen. Abgesehen von kleinen Griffen ist dies ein einzigartiges und eindrucksvolles Rätsel mit einem modernen und äußerst relevanten Aspekt. Der erste muslimische Noir? Mehr Bitte.

Stadt der kleinen Lichter

Ein reichhaltiger, lohnender Krimi, der mit echtem Können gedreht wurde. Riz Ahmed bestätigt seinen Status als einer der aufregendsten britischen Schauspieler seiner Generation.